#4. Guten Morgen

Good morning!

 

In der Stille wächst das Gehirn
… und zwar wortwörtlich. Neue Hirnzellen entstehen (keine Angst, es wird nie so groß, dass es aus dem Schädel platzt).
2013 gab es eine Studie mit Mäusen, in der der Einfluss verschiedener Geräusche auf die Gehirne der Nager untersucht wurde: Umgebungsgeräusche, besonders hohe Geräusche, Hundejaulen sowie Stille. Eigentlich sollte die Stille nur als Unterscheidungsmerkmal der Kontrollgruppe dienen. Tatsächlich fanden die Forscher, dass zwei Stunden täglicher Stille neue Zellen im Hippocampus der Mäuse wachsen ließ, jener Hirnregion, die mit dem Lernen, dem Gedächtnis und Emotionen verknüpft ist. Die neuen Hirnzellen fanden zudem schnell Anschluss im Restgehirn und konnten Funktionen im System übernehmen.

#4. Guten Morgen

Stell‘ Dir vor, es ist Wochenende und Du schlägst, nach einem ausgiebigen und erholsamen Schlaf, die Augen auf. Dieser kleine, kurze Moment, bevor wir realisieren, dass wir immer noch auf der Welt sind, gehört zu den Sekunden, in denen wir am sensibelsten sind. Bleib‘ doch am kommenden Wochenende einfach noch kurz liegen, nachdem Du wach geworden bist. Aber halte die Augen und Ohren offen: welche Geräusche dringen zu Dir heran? Ist es noch stilll oder schon trubelig vor Deinem Fenster? Wie ist das Licht im Raum? Kannst Du den Himmel sehen? Lausche und beobachte eine Weile und beginne dann ganz bewusst Deinen Tag. Für mehr wohltuende Stille müssen wir zum Glück nicht nach Sibirien auswandern. Was es braucht ist nur die Entscheidung, uns ab und zu bewusst dem Lärm zu entziehen. Also: Pssssst!

Fortsetzung folgt!

Stille ist ein Luxus, den sich immer mehr, immer weniger leisten können.

© Erhard Blanck

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